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Ein Herz für die Nürnberger Straße?
SPD und Grüne fordern städtische Hilfe für Einzelhandel - CSU: «Schaufensteranträge«
  
Foto: Mark Johnston
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ZIRNDORF - Die Krise scheint erkannt, doch auf Konzepte, wie dem darbenden Einzelhandel in Zirndorfs Innenstadt auf die Sprünge geholfen werden kann, müssen die Geschäftsleute noch etwas warten.

Wie berichtet, ist für Zirndorfs Innenstadt-Händler seit der Eröffnung des Fachmarktzentrums an der Rothenburger Straße die Luft dünn geworden. Nicht ernst genommen und vernachlässigt, so klagten unlängst einzelne Geschäftsleute gegenüber den FLN, fühlen sie sich von der Stadtspitze. SPD und Grüne reagierten: In der Jahresabschluss-Sitzung des Stadtrats haben beide Fraktionen in getrennten Anträgen mehr Engagement seitens der Stadt für die Geschäfte in und um die Nürnberger Straße gefordert.

Mit Blick auf das städtebauliche Entwicklungskonzept, das im ersten Quartal 2010 beauftragt werden soll, wurden die Anträge mit Einverständnis der Verfasser jedoch zurückgestellt. Zirndorfs Altstadt ist als Sanierungsgebiet für das Bund-Länder-Programm «Soziale Stadt« ausgewiesen. In diesem Rahmen sind Strategien zu entwickeln, die genau das abdecken, was etwa die Grünen forderten: Der Ist-Zustand des Einzelhandels ist zu analysieren. Darauf aufbauend sollen Handlungsempfehlungen für die Zukunft entwickelt werden.

«Uns fehlt‘s an Kommunikation«

Intensive Gespräche von Stadtspitze, Fraktionen und Einzelhandel inklusive Businesskonzept mit dem Ziel einer stetiger Verbesserung der Situation in der Altstadt hatte die Ökofraktion gefordert. «Uns fehlt‘s an Kommunikation mit den Einzelhändlern«, konstatierte Wolfram Schaa für die politische Ebene. Trotz der Sanierung von Nürnberger Straße und Rathausplatz sowie vielen Aktivitäten der Zirndofer Marketing e.G. (ZiMa) «ist es um den Einzelhandel in der Kernstadt schlecht bestellt«, begründete seine Fraktion den Antrag. «Und anders als man uns im Vorfeld glauben machen wollte, ist der Kaufkraftverlust ans Fachmarktzentrum offensichtlich doch höher als prognostiziert«, so Schaa.

Weiter ging die Forderung der SPD, die ein kommunales Förderprogramm, das An- und Umsiedlungen von Einzelhändlern in Zirndorfs Innenstadt unterstützt, anregte, um den Branchenmix zu fördern und Leerständen beizukommen. Inwieweit solche direkte Wirtschaftsförderung rechtlich zulässig ist, soll die Verwaltung nun prüfen. Allerdings machte Verwaltungsfachmann Norbert Ruffertshöfer den Stadträten wenig Hoffnung. Er erachtet derlei direkte Zuwendungen für eher nicht zulässig.

Zu laut beschwert

CSU-Fraktionschef Jürgen Grötsch, selbst in der Nürnberger Straße ansässiger Metzgermeister, kommentierte die beiden Anträge süffisant: «Es freut uns, dass eine so große Zahl von Stadträten ihr Herz für die Nürnberger Straße entdeckt.« Zumal ihm bereits Ankündigungen einzelner im Gremium zu Ohren gekommen seien, sie wollten nicht mehr bei den Händlern einkaufen, «die sich so laut über die Zeitung beschwert haben«.

Grötsch verurteilt die beiden Anträge als «Schaufensteranträge«. Die von der SPD geforderte Subventionierung des Einzelhandels mit Steuergeldern hält er schlicht für rechtswidrig. Die Beispielprogramme anderer Kommunen, die die Verwaltung recherchiert hatte, gebe es zwar, nur fänden sie in der Praxis keine Anwendung, erläutert er auf Anfrage. Sicher, so Grötsch, könne man alles auch schlecht reden. «Nur wenn gar nicht miteinander geredet wird, passiert nichts«, schießt der Einzelhändler Grötsch gegen das Kommunalparlament, dem auch er angehört.

Situation entspannt sich

«Wir müssen unsere Alleinstellungsmerkmale unterstreichen etwa den bequemen, entspannten Einkauf mit Parkplätzen direkt vor den Geschäften«, betonte SPD-Fraktionschefin Sandra Hauber. «Zuviel negatives Gerede fördert ein negatives Einkaufsgefühl«, meinte sie. Eine Einschätzung, der Bürgermeister Thomas Zwingel beipflichtete.

Der Rathauschef indes macht bei allen Klagen gut drei Monate nach der Eröffnung des Fachmarktzentrums wieder eine Entspannung in punkto Kaufkraftabzug aus: Die «Neugier auf das Neue« habe sich gelegt. Zwingel geht davon aus, «dass es sich wieder normalisieren wird, sicher nicht auf dem Niveau von vorher, aber auf einem Maß, das der Einzelhandel verkraften kann«. SABINE DIETZ

8.1.2010 0:00 MEZ
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